Weekly Jazz IN CONCERT Frühling 2019

 

 

2019 WEEKLY Jazz in Concert neue Wege. Für die Programmgestaltung der Konzertreihe wurde der Ostschweizer Kontrabassist Marc Jenny eingeladen. Er gestaltete ein Programm das sehr persönlich gefärbt ist und dennoch enorm facettenreich daherkommt. Drei Viertel sind ein «Best of» aus seinem Beziehungsnetz – Musik und Menschen, die ihn auf seinem Weg geprägt, inspiriert und gefördert haben. Diese Umrahmt er mit zwei Konzerten aus seinem eigenen vielfältigen Schaffen. Nachfolgend sein Programm für Feb bis Mai 2019, ergänzt mit ein paar persönlichen Worten zu den Formationen.

 


 

Dienstag, 5. Februar, 20.30 Uhr

MJ & the holy breath

feat. Werner Hasler & Bahur Ghazi

 

Kontrabass, Trompete und arabische Oud verbinden Groove, Lyrik und Emotionalität zu einer energievollen Musik, die über den Moment hinaus strahlt.

 

 

Das Projekt «the holy breath» entstand im Rahmen des Weekly Jazz Jubiläums 2018. Marc Jenny erhielt eine Carte Blanche für eine neue Formation. Er begab sich vermehrt in die Komponistenrolle und erarbeitet Stücke sowie Spielkonzepte, die sich mit freier Improvisation verweben und in ihren Verläufen eine grosse Dynamik zulassen. Mit dem Berner Trompeter Werner Hasler und dem syrischen Oud-Spieler Bahur Ghazi hat er zwei Musiker gefunden, die sich in diesen Welten bestens heimisch fühlen. Bahur Ghazi verbindet die traditionelle arabische Musik mit der Harmonik des Westens und entwickelt dazu auch neue Spieltechniken auf der Oud. Werner Hasler lotet mit seinem fragilen und emotionalen Ton die Grenzen zwischen Elektronik und Improvisation aus und erweitert sein Klangspektrum mit Sampler und Effektgeräten. Mit «the holy breath» suchen sie die musikalische Ruhe als kraftvollen Ausgangspunkt für gemeinsame Höhenflüge und dichte Klangfelder. Immer wieder findet die Musik zurück in die hohe Energie der Reduktion und berührt mit expressiver Melodik, spärlichen Arrangements und einem feinen Gespür für den Moment und die Zeitlosigkeit darüber hinaus.

 

http://marcjenny.com/mj-the-holy-breath/

 

Werner Hasler: Trompete

Bahur Ghazi: Oud

Marc Jenny: Kontrabass


 

Dienstag, 5. März, 20.30 Uhr

 

Doppelkonzert

the outer string: OUT TOO

Duo Thand

Neue Klangwelten, die die Zeit überholen

 

Zwei Duos verwischen die Grenzen von Akustik und Elektronik, von Komposition und Improvisation. Es bleibt schlicht und einfach: faszinierender Klang!

 

Ein Abend im Zeichen von Trompete und Elektronika mit vier hochinteressanten Musikern. Sie haben die Möglichkeiten des Computers in der Musik schon lange als Erweiterung ihrer Kreativität entdeckt. Ihnen gemein ist ein furchtloser Zugang und eine tiefe Auseinandersetzung mit der Materie. Zu entdecken sind zwei Duos, beide auf ihre Art der Zeit voraus, doch mit völlig unterschiedlicher Herangehensweise an das Jetzt.

 

Das Duo Thand besteht aus dem Trompeter André Meier und Thomas Peter an den Electronics. In ihrem frei improvisierten Spiel loten sie alle Facetten der Geräusch- und Tonerzeugung aus, mal digital und scharf, mal akustisch und fein. Während Thomas Peter auf seinem Laptop Soundfiles live bearbeitet, verzerrt oder loopt, spielt André Meier ein mit Mikrophonen an der Trompete erweitertes Instrument, welches sich stark der elektronischen Klangerzeugung und Sprache annähert. Eine scharfe Grenze zwischen reinem instrumentalem und elektronischem Klang ist so nicht mehr auszumachen.Dank langjährigem Zusammenspiel formte sich eine eigene und dem Duo typische Spiel- und Klangcharakteristik heraus – energetisch, geräuschhaft, reaktionsreich und von grosser Dynamik.

 

Der Berner Werner Hasler mit dem filigranen Trompetenton erweitert diesen schon seit vielen Jahren mit elektronischer Klangbearbeitung. Mit «the outer string» hat er ein Format geschaffen für aussergewöhnliche Musikwelten – oft installativ, draussen in der Natur oder in Räumen mit mehrschichtigen akustischen Dimensionen. Im Quartett, im Trio und seit OUT TOO auch im Duo mit Carlo Niederhauser verweben sie gemeinsam Field Recordings, Geräusche und die warmen Sounds von echten oder zu Synthesizern verarbeiteten Trompeten und Celli in eine sorgfältig formulierte Klangwelt. Darin werden die Zuhörenden nichts weniger als zu sich selbst entführt. 

 

http://www.wernerhasler.com/out/

http://www.andremeier.org/duo-thand/

 

Duo Thand:

André Meier: Amplified Trumpet

Thomas Peter: Laptop, Electronics

 

the outer string:

Werner Hasler: Trompete, Electronics

Carlo Niederhauser: Cello


 

Dienstag, 2. April, 20.30 Uhr

 

Stefanie Kunckler Ymonos

Ein farbig instrumentiertes Quintett

 

Die berührenden und mitreissenden Kompositionen der Zürcher Bassistin bewegen sich zwischen verführerischer Weltmusik und freiheitsliebendem Jazz.

 

«Ymonos ist ein fiktives Wort für Freiheit», sagt Stefanie Kunckler. «Ich habe einmal gelesen, Jazz sei das Streben nach Freiheit innerhalb eines selbst erwählten Bereiches. So wollte ich versuchen Musik zu schreiben, welche uns während dem Spielen dazu verführt, die abgesteckten Bereiche wieder aufzulösen. Eine Art Komposition mit befreienden Nebenwirkungen.»

 

Dies gelingt der jungen Bassistin aus Zürich scheinbar mühelos. Mit ihrem ungewöhnlich instrumentierten Quintett kreiert sie einen vielfarbigen melodiösen Jazz. Akkordeon-Melodien erklingen in Kombination mit Piano und Bassklarinette. Sie geben sich in eine lyrische Dreiecksbeziehung, welche die Musik grundlegend charakterisiert. Dazu setzen Bass und Schlagzeug ihre Akzente in einer melodisch-energetischen Jazz-Ästhetik und bringen damit die klare Kompositionssprache auf den Punkt. Die Musik von Stefanie Kuncklers Ymonos schwebt davon, während sie gleichzeitig greifbar und wohltuend bodenständig bleibt.

 

https://www.stefaniekunckler.com/ymonos

 

Stefanie Kunckler: Double Bass

Thomas Lüscher: Piano

Philipp Hillebrand: Bass Clarinet

Raphael Ochsenbein: Accordion

Marcio de Sousa: Drums


 

Dienstag, 7. Mai, 20.30 Uhr

 

Doppelkonzert

BigZis feat. Martina Berther

Anna & Stoffner

Zwei starke Rapperinnen mit neuen Sounds

 

BigZis und Anna Frey überzeugen nicht nur mit ihren Texten, sondern auch musikalisch durch Kollaborationen mit spannenden Jazzmusiker*innen.

 

Das Zürcher Duo Anna & Stoffner hat sich mit dem Zuzug von Schlagzeuger Emanuel Künzi und Vincent Membrez am Moog-Synthesizer-Bass zum wilden Quartett erweitert. Ihre Songs kokettieren mit der freien Improvisation und spielen jenseits aller Musiksparten. Dennoch sind sie ganz der Rhythmik und den Texten verpflichtet. Texte, die unter die Haut gehen. In ihrer ganz eigenen Ästhetik berührt Rapperin Anna Frey mit mutigen Texten, die keine Abgründe scheuen. So ein bisschen wie die Trudi Gerster des Punk. So schreibt ein Kritiker: «Es hat nicht viel mit Rap zu tun und auch wenig mit Musik im herkömmlichen Sinn und das Schlagzeug spielt auch keinen tanzbaren Beat!» - Eine Aussage, die durchaus als Lob zu verstehen ist. 

 

Dieser Band voran debütiert eine Kollaboration, die extra für dieses Konzert entstanden ist – die aber das Potential hat, weit darüber hinaus zu wirken. Martina Berther ist in Weekly Jazz Kreisen schon bestens bekannt für ihre feinfühligen undogmatischen Soundwelten, die sie mit ihrem E-Bass und einer Myriade von kurzgeschlossenen Effektgeräten durchpflügt – und zwar immer wieder gegen den Strom. Auf dieser wagemutigen Grundlage breitet die Rapperin BigZis ihre Texte aus. Sie mischte in den Nullerjahren die Schweizer Musikszene mit ihrer rotzigen Attitüde auf und konterte mit cleveren Texten und ausgelebter Emanzipation. Seither überrascht sie mit Musik, die auch mal als Performancekunst aufgefasst werden kann. Dabei bleibt sie frisch und dringlich wie eh und je, umwerfend direkt, dicht, klug, humorvoll und provokant. Bei diesem Konzert ist der Ausgang offen – er wird irgendwo zwischen literarische Collagen, Spoken Word und Bassgeschichten zu finden sein. 

 

https://bigzis.com/

https://www.annastoffner.com/

 

BigZis feat. Martina Berther:

BigZis: Stimme, Texte

Martina Berther: E-Bass, Effekte

 

Anna & Stoffner:

Anna Frey: Stimme, Texte

Flo Stoffner: Gitarre

Vincent Membrez: Moog-Bass

Emanuel Künzi: Drums


WEEKLY Jazz in Concert sagt danke

Stiftung Stavros S. Niarchos

Stiftung Lienhard Hunger

Stiftung Casty-Buchmann

 

Luigi Andrea Foi

Salomon Sellathurai

Daniel Rohner



WEEKLY Jazz in Concert setzt den Schwerpunkt beim aktuellen schweizerischen Jazzschaffen, präsentiert Formationen und Künstler aus allen 4 Landesteilen und unterschiedlichen Jazz-Genres. Die hochstehende Jazz-Abende werden im stilvollen und einzigartigen Ambiente der Marsoel Bar in Chur durchgeführt.

 

Die Konzerte finden jeweils am ersten Dienstag des Monats statt. Der Eintritt beläuft sich auf CHF 25.00. Passivmitglieder und Inhaber einer KulturLegi profitieren von ermässigtem Eintritt, Gönner sowie Jugendliche unter 20 Jahren geniessen freien Eintritt. Seit 2010 werden jährlich 8-10 Veranstaltungen durchgeführt.